Der Wissenschaftler Harris hat zu Beginn der 1990er festgestellt, dass Creatin ein ganz gewöhnlicher, physiologischer Bestandteil der menschlichen Muskulatur ist. Seine Wortherkunft vom griechischen Wortstamm für Fleisch legt diese Eigenschaft auch nahe. Den großen Teil, ungefähr 95%, findet man in unserer Skelettmuskulatur. Dort hat Creatin im Wesentlichen die Aufgabe, die Muskelzellen kurzfristig mit Energie zu versorgen, um damit eine intensive Bewegung zu ermöglichen. Für normale Bewegung ist eine zusätzliche Aufnahme nicht unbedingt erforderlich, denn täglich produziert der Körper ungefähr 2g der organischen Säure, ein weiteres nehmen wir bei normaler Ernährung zusätzlich auf. So werden vom Körper später auch ca. 1-3g Creatinin, dem Abbauprodukt von Creatin, über die Nieren ausgeschieden. Im späteren Verlauf wird dieser Aspekt nochmal aufgenommen.
Die Hauptaufgabe von Creatin besteht darin, bei der Rephosphorylierung von ADP in ATP zu unterstützen. Um auf die chemischen Schulkenntnisse nicht weiter einzugehen, reicht die Aussage, dass es dabei hilft ATP zu synthetisieren und damit zusätzliche Energie für die Muskeln bereitzustellen. Sind die Creatinspeicher im Körper ordentlich gefüllt, kann das jeweilige Leistungspotenzial erhöht werden, weshalb auch auf die zusätzliche Supplementierung mit Kreatin zurückgegriffen wird, gerade im Kraftsportbereich. Neben einer erhöhten Maximalkraft können sich die Muskelzellen so auch schneller regenerieren. Dadurch kann nicht nur ein spürbares Muskelwachstum, sondern auch eine verstärkte Ausdauerfähigkeit erreicht werden. Wichtig ist aber, dass Creatin durch besagtes Abbauprodukt Creatinin auch Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfe oder Blähungen mit sich bringen kann, weshalb man bei der Supplementierung der meisten Produkten auf die richtige Dosierung und keinesfalls ein hohe Einnahme achten sollte.